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Sind Krampfadern gefährlich?

Die Versackung des Blutes in der Peripherie führt zu einer Minderernährung von Haut und Unterhaut und begünstigt damit die Entstehung eines so genannten offenen Beines (auch Ulcus cruris genannt). In der stehenden Blutzeile können leicht Gerinnsel entstehen, sogenannte Thromben. Hierdurch wiederum kann es zu einer Thrombose kommen. Wenn sich ein solches Gerinnsel löst, wird es sich auf den Weg in die Lunge machen und führt zum Verschluss von Lungengefäßen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Lungenembolie. Es handelt sich hierbei um eine schwere, oft tödliche Komplikation. Eine weitere typische Komplikation für Krampfadern ist die so genannte Thrombophlebitis, das heißt die oberflächliche Venenentzündung. Nachdem sich Blutgerinnsel in den Venen gebildet haben, werden diese von Bakterien besiedelt, so dass es zu einer lokalen Entzündung kommt. Unbehandelt führt dies zu einer Blutvergiftung oder Sepsis mit Ausbildung eines lebensbedrohlichen Krankheitsbildes.


Wie funktioniert die Behandlung von Krampfadern?

Krampfadern werden grundsätzlich in Abhängigkeit ihres Schweregrades, das heißt ihres Stadiums und der Ausprägung der Krankheit behandelt. Wichtig ist, dass nicht jeder Patient pauschal gleich behandelt wird, sondern dass ein individuelles Therapiekonzept festgelegt wird. Man möchte generell keine gesunden Venen entfernen, da diese zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise noch für Bypassoperationen benötigt werden.


Wie werden Krampfadern diagnostiziert?

In mehr als 99% der Fälle können Erkrankungen des Venensystems bei Patienten mit Krampfadern durch die so genannte Duplex-Ultraschall-Sonographie diagnostiziert werden. Die früher oft verwendeten Röntgen-Untersuchungen wie z. B. die Kontrastmitteleinspritzung am Fußrücken (die so genannte Phlebographie) sind heutzutage nicht mehr erforderlich. In besonderen Fällen erhält der Patient eine so genannte Kernspintomographie zur Überprüfung der Durchgängigkeit des tiefen Venensystems. Diese ebenfalls schmerzlose Untersuchung ist jedoch ganz wenigen Ausnahmefällen vorbehalten.


Welche Operationsverfahren gibt es?

Das älteste Operationsverfahren ist das so genannte Stripping, welches bereits 1907 eingeführt wurde. Hierbei werden die Venenstämme auf einen Plastik-Venenkatheter aufgefädelt und dann mit erheblicher Kraft aus dem Bein herausgezogen. Dabei reißen die Seitenäste und das umliegende Bindegewebe ein. Dieses gilt leider auch für die begleitenden Lymphgefäße, so dass es nicht nur zur Ausbildung ausgedehnter Blutergüsse, sondern auch zu einer Anschwellung des Beines kommen kann. Dieses lässt sich durch die Zerstörung der Lymphgefäße, das heißt durch den verminderten Abfluss des Gewebswassers erklären. Glücklicherweise ist diese Schwellung nach mehreren Wochen in fast allen Fällen wieder rückläufig. Der Patient muss jedoch deshalb für mindestens 3-6 Wochen einen kräftigen Kompressionsstrumpf tragen. Die volle Arbeitsfähigkeit ist nach 2-3 Wochen erst wieder erreicht. Es handelt sich um das am weitesten verbreitete Verfahren, das grundsätzlich in Narkose durchgeführt werden muss. Aufgrund der genannten Probleme wurde dieses Verfahren in den letzten Jahren durch die Kathetertechnik, hierbei insbesondere der Laserverödung oder der Radiowellentherapie vielfach abgelöst. Hierbei wird entweder in Betäubung oder in Lokalanästhesie der Venenstamm durch eine Lasersonde verschlossen. Kleinere Seitenäste werden durch so genannte Stichinzisionen mikrochirurgisch entfernt. Alternativ hierzu hat sich in denjenigen Fällen in denen die Lasersonde nicht eingeführt werden kann, da die Vene zu sehr gekrümmt ist, die endoskopische Stammvenenentfernung etabliert. Hierbei werden die Seitenäste der erkrankten Vene unter Sicht geclippt, verschlossen und durchtrennt, so dass beim Entfernen der Venen diese nicht mehr zerreißen mit den oben genannten Problemen. Es wird so eine blutleere Entnahme der erkrankten Vene gewährleistet und der Patient kann sofort wieder arbeiten und muss nur für 2-3 Tage einen Strumpf tragen.

Durch die Anwendung der sogenannten minimalinvasiven Techniken bieten sich viele Vorteile:
1. Es kann eine weitestgehende Narbenfreiheit erzielt werden.
2. Die Arbeitsfähigkeit kann sofort wieder hergestellt werden.
3. Der Patient kann sofort wieder Sport treiben.
4. Es wird ein optimales ästhetisches Ergebnis erzielt.
5. Es werden optimale Ergebnisse aus medizinischer Sicht erzielt.
6. Der Kompressionsstrumpf muss nur für 2-3 Tage getragen werden.
7. Der Patient kann auch in der warmen Jahreszeit problemlos behandelt werden.


Seitenäste, die bei der ersten Operation nicht entfernt werden können, können zu einem späteren Zeitpunkt entweder in örtlicher Betäubung durch die so genannte mikrochirurgische Stichinzision oder aber durch die Mikroschaumverödung behandelt werden.


Was sind Besenreiser?

Besenreiser sind hässliche, an sich völlig harmlose Gefäßerweiterungen, wie sie vornehmlich, aber nicht nur bei Frauen auftreten. Bereits sehr junge und schlanke Frauen können an dieser, oft störenden Variante der Krampfadererkrankung leiden.

Die Therapie der Besenreiser besteht entweder in der YAG-Laserbehandlung oder aber in der Schaumsklerosierung. Voraussetzung für eine Behandlung ist jedoch, dass eine so genannte Stamminsuffizienz, das heißt eine Erkrankung der größeren unter der Haut liegenden oberflächlichen Venen ausgeschlossen werden konnte. Dies müsste dann zunächst behandelt werden, da es sonst sehr schnell zur erneuten Ausbildung von Besenreisern kommt. Leider ist es so, dass Besenreiser die Neigung haben immer wieder zu kommen, so dass eine möglichst schonende Behandlung gewählt werden sollte. Wir haben hierbei sehr gute Erfahrungen mit der Mikroschaumverödung gemacht. In denjenigen Fällen wo diese nicht angewandt werden kann, weil die Besenreiser zu klein sind oder zu leicht reißen, bietet sich alternativ die Laserverödung an.


Was versteht man unter Crossektomie?

Die so genannte Crossektomie, das heißt die Unterbindung der Venen in der Leiste war seit über 100 Jahren das Standardvorgehen bei der Krampfaderoperation. Hierbei wird mittels eines Schnittes in der Leisten- oder Kniebeuge (je nachdem welche Stammvene behandelt wird) die Kreuzungsstelle zwischen den oberflächlichen und tiefen Venen aufgesucht. Anschließend wir die oberflächliche Vene möglichst knapp an der Einmündung zur tiefen Vene unterbunden und abgetrennt. Ebenso die kleineren Seitenvenen, die in die tiefe Vene einmünden. Im Gegensatz hierzu ist bei der Laser-Katheterbehandlung kein Schnitt in der Leistenbeuge mehr erforderlich. Die oberflächliche Stammvene wird hierbei mittels eines hoch präzise platzierten Katheters unter Ultraschallkontrolle möglichst knapp abgesetzt, ohne dass jedoch dazu Unterbindungen oder größere Schnitte erforderlich sind. Voraussetzung zur Anwendung dieses Verfahrens ist eine große Erfahrung mit diesen Katheter-Techniken. Liegt diese Erfahrung nicht vor, bleibt ein zu langer Venenstumpf im Bereich der einmündenden Vene stehen. Der Vorteil für den Patienten liegt somit bei der Katheter-Untersuchung darin, dass keinerlei Schnitte mehr in der Leistenbeuge erforderlich sind. Hierdurch hat der Patient weder Schmerzen in diesem Bereich noch kann es zu den hier besonders häufig vorkommenden Infektionen kommen. Eine Unterbindung an der Absetzungsstelle kann auch einmal abrutschen, was dann zu einer starken Blutung aus der tiefen Vene führt. Dieses Risiko kennen die gegenwärtig angewandten Katheter-Verfahren nicht. Da der Schnitt fehlt, kann der Patient am Operationstag bereits wieder duschen, baden, Sport treiben und arbeiten.


Welche aktuellen Behandlungsverfahren bieten wir zusätzlich zu den oben aufgeführten Techniken an?

Hierzu zählen vor allen Dingen diejenigen Behandlungsverfahren, die eine schonende Therapie unter örtlicher Betäubung ermöglichen:
- das sogenannte Clarivein-Verfahren: Clarivein Webseite
- die ultraschallgesteuerte Schaumsklerosierung, die in letzter Zeit durch eine Weiterentwicklung das so genannte V-Block-Verfahren abgelöst wurde. Hierbei wird ein so genannter venöser Stent in die Krampfader im Bereich der Leiste eingesetzt, der verhindert, dass das Verödungsmittel ungewollt in das tiefe Venensystem gelangen kann.